Apfel des Jahres

Der Apfel des Jahres wir im Voraus von Vertretern des Pomologenvereins, BUND und anderen festgelegt. Die Auswahl fällt dabei auf besondere regionale Sorten, die vom Verschwinden bedroht sind. www.apfeltage.de

Apfel des Jahres 2018

„Roter Brasilienapfel“

Erstmals beschrieb der Pastor und Pomologe Samuel David Ludwig Henne die Sorte im Jahr 1750. In den letzten 100 Jahren galt der „Rote Brasilienapfel“ als verschollen. Die Baumschule Quade im Amt Neuhaus (heute Landkreis Lüneburg) hat die seltene Sorte aber bis etwa 1950 angebaut. Unberührt von der wechselvollen Geschichte bleibt der „Rote Brasilienapfel“ im Grenzgebiet der ehemaligen DDR bestehen. Nach der Wiedervereinigung wird auch der Apfel wiederentdeckt. „Diese Apfelsorte ist extrem robust und übersteht sogar mehrwöchige Überflutungen in ihrem Lebensraum der Elbtalaue“, weiß Dr. Olaf Anderßon vom Lüneburger Streuobstwiesen e. V.

Der „Rote Brasilienapfel“ schmeckt feinsäurig und ist mit bis zu 15 Metern einer der höchsten Apfelbäume auf einer Streuobstwiese. Er verfügt über ausladende Äste. Von dieser historischen Sorte gibt es einige 100-jährige Hochstammbäume mit hoher Lebenskraft und sehr guter Widerstandsfähigkeit gegen Apfelschorf und Baumkrebs. „Es lohnt sich, die Hochstamm-Obstbäume zu erhalten. Sie ziehen Insekten und Vögel an – wie z. B. den Steinkauz – die anderswo kaum noch zu finden sind“, erklärt Gudrun Hofmann vom BUND Hamburg. Seit 2012 wird der „Rote Brasilienapfel“ regelmäßig aus Reisermaterial vermehrt.

Pressestelle der Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg

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